Einweihung Sport- und Kulturzentrum Dalkingen
Mit einem festlichen und emotionalen Festakt wurde am vergangenen Wochenende das neue Sport- und Kulturzentrum in Rainau-Dalkingen offiziell eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Vereinen, Bürgerschaft sowie viele am Projekt Beteiligte feierten gemeinsam die Fertigstellung eines der größten kommunalen Projekte der vergangenen Jahrzehnte in der Gemeinde Rainau.
Bereits vor Beginn des offiziellen Programms setzte eine gemeinsame Lindenbaum-Pflanzaktion ein sichtbares Zeichen für den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde. Gemeinsam wurde symbolisch ein Ort für Zukunft, Gemeinschaft und Zusammenhalt geschaffen.
Musikalisch und kulturell umrahmt wurde der Festabend durch Beiträge des Musikvereins, des Gesangvereins Cäcilia sowie der Sportvereine DJK Schwabsberg-Buch und SV Dalkingen. Die Auftritte zeigten eindrucksvoll die große Vielfalt und Lebendigkeit des Vereinslebens in Rainau.
In seiner Festansprache stellte Bürgermeister Christoph Konle insbesondere die Menschen hinter dem Projekt in den Mittelpunkt. Das neue Sport- und Kulturzentrum sei weit mehr als ein saniertes Gebäude. Vielmehr sei es ein sichtbares Zeichen dafür, „was möglich wird, wenn Menschen trotz unterschiedlicher Meinungen gemeinsam Verantwortung übernehmen“.
Konle erinnerte daran, dass der Weg bis zur Fertigstellung alles andere als selbstverständlich gewesen sei. Die Diskussionen rund um die Sanierung hätten gezeigt, wie emotional solche Projekte in einer Gemeinde mit gewachsenen Teilortstrukturen geführt würden. Umso wertvoller sei es, dass am Ende ein gemeinsames Werk entstanden sei, das heute von einer breiten Gemeinschaft getragen werde.
Besonders hob der Bürgermeister hervor, dass aus einem ursprünglich kommunalen Bauprojekt Schritt für Schritt „unser Projekt“ geworden sei. Vereine, Ehrenamtliche, Bürgerinnen und Bürger, Planer, Handwerker, Gemeinderat und Verwaltung hätten gemeinsam Verantwortung übernommen und das Projekt mit Leben gefüllt.
Dabei erinnerte Konle auch an die außergewöhnliche Zusammenarbeit während der Planungsphase. Gemeinsam mit Gemeinderäten, Vereinen, Arbeitsgruppen und Planern seien die ursprünglichen Entwürfe intensiv überarbeitet und optimiert worden. Gerade dieses gemeinsame Ringen um die beste Lösung habe letztlich die hohe Qualität des Projektes ermöglicht.
Ein zentrales Thema der Ansprache war zudem der Gedanke der Gemeinschaft. Rainau bestehe aus fünf Ortsteilen mit jeweils eigener Geschichte, eigenen Traditionen und unterschiedlichen Sichtweisen. Entscheidend sei jedoch, dass alle gemeinsam denselben Namen tragen würden: Rainau.
In diesem Zusammenhang bezeichnete Konle auch den laufenden Vereins- und Sportentwicklungsdialog 2.0 als wichtigen Baustein für die Zukunft der Gemeinde, denn aus dem ersten wurde die Notwendigkeit der Sanierung erarbeitet. Nicht Gleichförmigkeit sei entscheidend, sondern gemeinsame Leitplanken und gegenseitiges Verständnis. Infrastruktur und Gemeinschaft müssten gemeinsam gedacht, getragen, unterhalten und mit Leben erfüllt werden.
Mit Blick auf die Zukunft sprach Konle von einer „Maschine der Gemeinschaft“, die mit dem Sport- und Kulturzentrum in Bewegung gesetzt worden sei. Diese Maschine bestehe nicht aus Technik oder Beton, sondern aus Ehrenamt, Leidenschaft, Zusammenhalt und gegenseitigem Engagement. Künftig solle das Gebäude ein Ort für Begegnung, Sport, Kultur und generationenübergreifendes Miteinander sein.
Landrat Joachim Bläse würdigte in seinem Grußwort insbesondere den Mut und die Weitsicht der Verantwortlichen in Gemeinde und Gemeinderat. Gleichzeitig hob er die große Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts hervor. Eine funktionierende Gemeinschaft sei heute wichtiger denn je, so Bläse. Projekte wie das Sport- und Kulturzentrum zeigten eindrucksvoll, dass Zukunft vor allem dort entstehe, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Der Landtagsabgeordnete Winfried Mack bezeichnete die Entscheidung zur Sanierung als nachhaltig und klug, ein bestehendes Gebäude verkommen zu lassen sei ja schließlich keine Alternative.
Bestehende Gebäude nicht aufzugeben, sondern sie für kommende Generationen weiterzuentwickeln, sei ein wichtiges Signal für den ländlichen Raum. Gleichzeitig lobte Mack die charakteristische Architektur des „Tröster Stil“ die dem Gebäude eine besondere Identität verleihe.
Ein besonderer Moment des Abends galt Architekt Mathis Tröster, der mit dem Sport- und Kulturzentrum sein letztes großes Projekt vor seinem krankheitsbedingten Ruhestand abschließen konnte. Tröster zeigte sich sichtlich bewegt und sprach von einer außergewöhnlich konstruktiven Zusammenarbeit mit Gemeinderat, Verwaltung und Vereinen. Er betonte die nachhaltige Technik im Hinblick auf Heizung und Gebäudeleittechnik.
Große Aufmerksamkeit erhielt zudem der neue Mehrgenerationentreff rund um das Sport- und Kulturzentrum. Gemeinsam mit dem SV Dalkingen entstand dort eine moderne Außenanlage mit Spiel-, Bewegungs- und Aufenthaltsbereichen für alle Generationen. Regina Gloning, Vorsitzende der LEADER Jagstregion, überreichte hierzu die offizielle Förderplakette. SV-Dalkingen-Vorsitzender Felix Maier nahm diese unter großem Applaus entgegen und freute sich sichtlich über die Übergabe.
Bürgermeister Konle würdigte insbesondere den Mut des jungen Vorstandsteams des SV Dalkingen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam neue Wege zu gehen. Aus einer ursprünglich kleinen Idee sei Schritt für Schritt ein Ort für Begegnung, Bewegung und Gemeinschaft entstanden.
Einen besonders emotionalen Höhepunkt bildete die Ehrung von Günter Vogt, Vorsitzender des Fördervereins Sport- und Kulturzentrum Dalkingen sowie erster stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde. Gemeinsam mit den Vereinsvertretern dankte Bürgermeister Konle ihm für dessen außergewöhnlichen Einsatz während der gesamten Bauzeit.
Vogt habe das Projekt über Jahre hinweg mit großer Loyalität, Verlässlichkeit und persönlichem Einsatz begleitet, so Konle. Er sei weit mehr gewesen als nur Vorsitzender des Fördervereins, vielmehr ein ständiger Ansprechpartner, Vermittler und Motor des gesamten Projektes. Menschen wie Günter Vogt seien unverzichtbar für das Funktionieren einer lebendigen Gemeinschaft.
Im Rahmen des Festaktes wurde zudem die enorme ehrenamtliche Leistung des Fördervereins hervorgehoben. Durch zahlreiche Arbeitseinsätze konnten Eigenleistungen im Gegenwert von rund 120.000 Euro erbracht, sowie zusätzlich über 40.000 Euro an Spendengeldern gesammelt werden.
Mit langanhaltendem Applaus endete schließlich ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie viel durch Zusammenhalt, Ehrenamt und gemeinsames Engagement entstehen kann.