Limes Freilichtmuseum

Lage und Informationen

Das Freilichtmuseum am rätischen Limes im Ostalbkreis liegt zwischen den drei Ortschaften Dalkingen, Schwabsberg und Buch, die sich 1975 zur Gemeinde Rainau zusammengeschlossen haben.

Limespallisade

Von Ellwangen oder Aalen über die Bundesstrasse 290 bis zur Abzweigung Stausee Buch. Vom Parkplatz kurze Wegstrecke zu Kastell, Kastellbad unci Vicus. Von hier aus wie auch von den anderen Parkplätzen kann der Rundwanderweg begangen werden, der zu allen Stationen des "Freilichtmuseums" führt (insgesamt rund 11 Kilometer). Die Stationen können auch mit dem Auto oder Fahrrad angefahren werden.

Entlang des Wanderwegs lässt sich besonders im alten Waldbestand der Verlauf des Limes als Schuttwall erkennen. Die Nummern im Übersichtsplan entsprechen den Nummern im Text. Der Parkplatz an der L 1074 bei Schwabsberg ist Ausgangspunkt für einen Besuch am Limes. In der Waldabteilung "Mahdholz" ist ein Teil der rätischen Mauer mit einem quadratischen Wachtturm freigelegt und konserviert.

Ein Stück der Limesmauer ist in voller Höhe rekonstruiert und gibt Besuchern einen Eindruck vom Aussehen dieser Grenzanlage. Südlich davon am Waldrand wurde ein hölzerner Limesturm mit der dazugehörigen Palisade errichtet. Obwohl - wie bei allen Rekonstruktionen - die Details umstritten sind, gibt der "Römerturm" einen Eindruck vom Aussehen der ältesten Befestigung am rätischen Limes. Am südlichen Ortsrand von Schwabsberg wurden 1969 und 1976 Teile der hölzernen Palisade ausgegraben. Eine dendrochronologische Datierung der Hölzer datiert die Bauzeit auf die Jahre um 165.

Limestor

2) Ein Limestor wurde bei Dalkingen freigelegt und konserviert. Es ist am gesamten Limes zwischen Rhein und Donau bisher ohne Parallele.

Das Torgebäude wurde im frühen 3. Jahrhundert an der Südseite mit einer Prunkfassade aus zugesagten Kalktuffsteinen verblendet. Möglicherweise hängt diese letzte von insgesamt fünf baulichen Veränderungen mit dem Besuch Kaiser Caracallas (213) zusammen.

Bei den Untersuchungen fanden sich ein Holzzaun und eine Palisade mit Graben als Vorgänger der steinernen Limesmauer sowie ein Holzturm, eine der sogenannten Feldwachen und ein Steinturm, bevor zunächst ein einfacheres und schliesslich das Limestor in der letzten Bauphase errichtet wurde. Ausserdem wurden bedeutende Funde gemacht, insbesondere Teile eines überlebensgroßen Kaiserstandbildes aus Bronze (im Limesmuseum Aalen).

3) Im Wald bei Rainau befinden sich ausgedehnte Schutthügel. Sie bergen vermutlich römische Zivilbauten, möglicherweise Reste eines Gutshofes (villa rustica).Wenige hundert Meter unterhalb befand sich eine römische Ziegelei. Bei den Baggerarbeiten für den Bau des Stausees wurden Reste eines Ziegelbrennofens entdeckt.

4) Auf der Anhöhe oberhalb des heutigen Stausees liegt ein etwa 2,1 Hektar grosses ehemaliges Kohortenkastell. Es bildet ein nahezu regelmässiges Rechteck von etwa 140 mal 150 Metern. Ausgegraben und restauriert wurde das Südtor.

Östlich davon lag ein rechteckiger Zwischenturm; zur Umwehrung des Kastells gehörten zwei Spitzgräben. Von den Innenbauten sind das Stabsgebäude (principia) und ein Getreidespeicher (horreum) nachgewiesen.

Vermutlich legte man das Kastell Buch als Nachfolgebau des Kastells Oberdorf am lpf an, als der Limes um das Jahr 110 nach Norden vorgeschoben wurde. Das Kastell mit seiner Cohors 111 Thracum veterana von rund 500 Mann diente wohl hauptsächlich der Überwachung des Jagsttals, das den Zugang in römisches Gebiet öffnete.

5) Das Kastellbad liegt 100 Meter nordöstlich des ehemaligen Kastells und heute unmittelbar am Ufer des Stausees.
Bei den Ausgrabungen des 44 Meter langen und bis zu 22 Meter breiten Gebäudes wurden insgesamt vier Bauphasen ermittelt. Restauriert sind die Grundmauern aus der flächenmäßig grössten zweiten Bauphase des späten 2. Jahrhunderts. Südöstlich des Kastellbades, im ältesten Bereich des zivilen Lagerdorfs (vicus), wurden zwei Gebäude untersucht und ihre Grundmauern konserviert. Bei dem repräsentativen Gebäude handelt es sich entweder um eine Unterkunftsstation für Durchreisende (mansio) oder um das Wohnhaus des Lagerkommandanten; das danebengelegene Gebäude ist ein kleines Badehaus.

Beim Bau der neuen Bundesstrasse 290 erfolgte in den Jahren 1976 bis 1979 die erste grossflächige Ausgrabung eines Lagerdorfes am rätischen Limes. Rechtwinkelig zu einer vom Südtor des Kastells zum Kastellbad verlaufenden Strasse lagen fast ausschliesslich Holzgebäude mit holzverschalten, in der Regel rechteckigen Kellergruben und Brunnen.

Die reichen Funde wie Münzen, Keramik, Glas- und Metallgefäße, aber auch Schmuck und Geräte werden im Limesmuseum in Aalen gezeigt. Besonders erwähnenswert sind die aus Zisternen geborgenen wertvolle Gegenstände, die im 3. Jahrhundert während der Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen hier versteckt wurden.

Zu dem grössten römischen Schatzfund aus dem 3. Jahrhundert in Südwestdeutschland zählen ein vollständig erhaltener bronzener Infanteriehelm, eine geschnitzte Holzplastik, ein Kettenhemd aus Eisenringen, kunstvolle bronzene Gefässe und Figuren sowie Eisengeräte. Aus einer Abfallgrube stammt ein Inschriftenstein für den Gott Merkur.

Radwandern Limes - Römer -Tour

Übergabe des Limestors in Rainau-Dalkingen

Nachdem im Frühjahr 2000 die sehr umfangreichen Sanierungsmaßnahmen am Caracallator in Dalkingen aufgenommen wurden, konnten nun vor wenigen Tagen die schwierigen Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen werden.

Deshalb wurde die Anlage jetzt wieder im Beisein vom Präsidenten des Landesdenkmalamtes Herrn Professor Dr. Planck, Herrn Dr. Filgis, Herrn Landrat Pavel, Herrn OB Pfeifle und weiteren Vertretern der Firma Beerhalter und des Kreises ihrer Bestimmung übergeben.

Nach dem gemeinsamen Besuch des Tores wurde im Rathaus in Schwabsberg noch vieles vertiefend erörtert, da in den Jahren 2001/2002 auch die Limesanlagen am Stausee mit ähnlichem Aufwand saniert werden müssen. Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wurden notwendig, da durch schädliche Witterungseinflüsse viele Steine brüchig wurden und Fugen großflächig aufplatzten.

Die Baumaßnahmen am Limestor wurden durch den Landkreis und das Landesdenkmalamt fachtechnisch betreut und bezahlt. Insgesamt wurden ca. 190.000 DM benötigt.

Da es sich beim Limestor in Dalkingen allerdings um ein Bauwerk von überragendem archäologischen Wert handelt wird darüber nachgedacht, das Gesamtareal zu überdachen um zukünftig einen besseren Schutz zu gewährleisten. Dieses sehr sinnvolle Projekt wird zwar ebenfalls weit mehr als eine ½ Million DM kosten, hat aber mit dem Hintergrund der geplanten Aufnahme des Rät.Limes in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eine gewisse Chance realisiert zu werden.

Deshalb werden wir auch weiterhin mit Landesdenkmalamt und Landrat in Sachen Überdachung des Caracallators in engem Kontakt bleiben.